Tag I / II Die Todesbrücke Pripyat.de Tour September 2012 Traditionellerweise hält man auf der “Todesbrücke”. Die berühmte Sicht, die sich von hier aus zum AKW erschließt, ist letztenendlich an solch einem gruseligen Namen schuld. Den Gerüchten nach, sollen die Bewohner von Pripjat, darunter auch Kinder, die am Morgen des 27. April 1986 von hier aus den Brand beobachtet hatten, an den Folgen der Strahlen - krankheit gestorben sein.  Ein weiteres Gerücht um die Todesbrücke klingt noch unglaublicher: Bereits am frühen Morgen wurden vor und hinter der Brücke Wachposten aufgestellt um Verkehr zum und vom AKW zu überwachen. Der Wachmann vom hinteren Posten soll es nicht überlebt haben, während das Schicksal es mit dem Wachman vor der Brücke gut gemeint haben soll... Wie auch immer, ein toter Ringelnatter auf der neu asphaltierten Fahrbahn der Brücke bestättigt zumindest heute ihren grausigen Spitznamen... Die Bahn Richtung AKW Sicht auf den Sarkophag Richtung Pripjat Blick von der Todesbrücke Tod auf der Todesbrücke KP "Pripjat" # 2 Richtung Janiw KP "Pripjat" Zur Bahnstation Janiw Straßenbeleuchtung Der Wachmann am Kontrollpunkt in Pripjat ist überaschenderweise kein üblicher Polizist, er trägt keine Polizeiuniform sondern die alltägliche Tarnfarben - Zonenbekleidung. Nach einem kurzen Check hebt der Mann die Schranke. Der gleiche Mann wird auch die nächsten drei Tage hier Wache halten... Wieder einmal taucht man in die Atmosphäre der Stadt hinein sobald die Schranke sich schließt. Gleichzeitig breitet sich ein  seltsames, unbeschreibliches Gefühl das einen erst wieder außerhalb der Stadt loslässt... Nach einigen hundert Meter Fahrt auf der ehemals zweispurigen Hauptsraße, die mittlerweile einen Härtetest für jedes normale Auto darstellt, befindet man sich im Zentrum von Pripjat. Zwischen dem allgegenwärtigen Grün lassen sich die Unrisse der allen bekannten Gebäude und Wohnhäuser erblicken. Fast automatisch zieht es einen zum Kultrurpalast “Energetik”, danach zum Hotel “Polissja” und zum Rummelplatz. Bis auf den immer weiter voranschreitenden Verfall hat sich hier nichts geändert. Es ist gut so, denn meistens bringen die Veränderungen in der Zone nichts gutes mit sich. Am Kontrollpunkt "Energetik" Hotel "Polissja" 16 - Stöcker (Lazarev Str.1) Ein fahrbares Quitscheentchen Die Sporthalle im Kulturpalast 11 Meter "Imperialismus - die vielen Gesichter der Arbeitslosigkeit" Rohrbruch Ein Pilz am Rummelplatz Wohnhaus am Rummelplatz Bumper cars " Das Teufelsrad" CCCP Wappen im neuen Glanz Bemerkenswert ist dass die beiden Wappen, jeweils auf den 16 stöckigen Wohnhäusern (Lasarew Str.1 und 7) einen neuen Farbanstrich bekommen haben. Das fällt sofort ins Auge sobald man auf dem zentrallen Platz steht. Den Gerüchten nach, waren es die sogenannten “Santechniki” (auf deutsch - Installateure, Techniker) - eine Gruppierung junger Stalker, die auf diese Weise ihre Überlegenheit gegenüber anderen Gruppierungen gezeigt haben. Zuerst war das Haus Nr. 1 mit dem Wappen der UdSSR dran. Die Aktion muss Nachts gewesen sein, tagsüber hätte es wohl zu viele Schaulustigen angezogen. Am Morgen danach war das Erstaunen der Wachmänner und der Polizei aus ihren Gesichtern nicht mehr weg zu bekommen... Die sich eingeschaltete SBU (Staatssicherheitsdienst) durchsuchte erfolglos die komplette Stadt. Alles was sie fanden war ein akkurat aus den riesigen Buchstaben auf dem Dach des fünfstöckigen Nachbarshauses zusammengelegter “Santechniki” Schriftzug... Als am nächsten Morgen der Wappen der Ukrainischen Sowjetrepublik auf dem Dach des benachbarten 16-Stöcker ebenso im neuen Glanz erstrahlte, blieb den Geheimdienstlern nichts anderes über als sich mit erhobenen Händen zu ergeben und die Stadt zu verlassen... Die Pinselaktion in der atemberaubender Höhe muss nicht ganz einfach gewesen sein - das begreift man erst, wenn man es oben mit den eigenen Augen erlebt hat. Um nicht aufzufallen, fällt die Entscheidung für das Dach des 16 - Stöckers in der Lasarew Str. 7 mit dem rot - gelben Wappen der ukrainischen Sowjetrepublik. Das Wappen der Ukrainischen Sowjetrepublik Warenanlieferung im Hinterhof Wohnhaus in Pripjat Treppenstufe am Eingang 16 - Stöcker (Lazarev Str.7) Die Bücherei im Kulturpalast Eine Schaukel am Rummelplatz Kunst? Im Treppenhaus Pripjat von oben Stadtviertel # 3 & 4 Die 6. Etage Stadteil # 4 Video: Die Sicht auf Pripjat vom 6. Stock  Ungewohnt 16 Stockwerke zu Fuß hoch zu laufen kann einen ganz schön aus der Puste bringen. Doch die Mühe und das Risiko erwischt zu werden sind es auf jeden Fall Wert. Mittler- weile darf man nicht mal mehr die Häuser betreten, von Dächern ganz zu schweigen. Gerade im Sommer ist es aber die einzige Möglichkeit die Stadt und die Gegend um Pripjat halbwegs zu überblicken. Von hier aus liegt alles wie auf der Hand: Rechts - das dritte Viertel, hinten - das vierte und  das fünfte, links - der zentrale Teil mit dem Rummelplatz, dem Hotel und dem Kulturpalast. Das nur in wenigen Kilometer entfernte AKW erstreckt sich vor einem auf mehrere Kilometer im Hintergrund der Gesamtkulisse. Es ist vollkommen windstill, alles was man hier oben hört ist das Summen unzähliger Mücken. Scheinbar sind wir die einzigen in ganz Pripjat - das Wort “Geisterstadt” bekommt plötzlich eine völlig andere, reale Bedeutung...   Video: Pripjat vom Dach des 16 Stöcker,   Pripjat - Stadtteil # 4 & 3Pripjat -  Stadtteil # 2, 1, Zentrum, Stadteil # 5,   AKW Tschernobyl vom Dach des 16 Stöcker   AKW Tschernobyl Auf dem Dach Das Wappen Der Rummelplatz von oben Der Güterhafen von Pripjat "Der russische Specht" "Der Zwillingsturm" Der Stern AKW Tschernobyl vom Dach des 16 - Stöcker Unten angekommen, genießt man die restliche Zeit des warmen Spätsommerabends bei einem Spaziergang duch´s stille Pripjat. Nur die unzähligen Mücken vermitteln den Eindruck man sei hier nicht willkommen. Einige Zeit später macht der gleiche Wächter mit einem müden Lächeln die Schranke vor uns auf -  für heute hat er Feierabend, denn wir waren die letzten Besucher.  Der Stadt steht die nächste einsame Nacht bevor, ohne einen Geräusch, das die Anwesenheit des Menschen verkündet, ohne Straßenbeleuchtung, ohne Lichter in den Fenstern der Häuser... Der Weg nach Tschernobyl führt wieder am AKW vorbei, wo mittlerweile die Spätschicht auf der Baustelle der neuen Schutzhülle angefangen hat. In Lelev, dem Kontrollpunkt der 10 km Zone, geht es noch einmal durch den Ganzkörperdetektor in die 30 km Sperrzone hinein. Von hier aus sind es nur etwa 2 km bis zur Hauptstadt der Zone - der Stadt Tschernobyl.   16. Stock Ein Blick nach oben Ein Spätsommerabend in Pripjat Sicht auf das AKW von der Turbinenhalle Hier tut sich was In Tschernobyl spielt sich ein gewöhnliches Feierabendszenario ab: Männer in typischer Zonen - Tarnkleidung versammlen sich in der Gegend um die Lebensmittelgeschäfte, denn ab 19 Uhr geht in Tschernobyl das Leben erst richtig los. Nicht das die Geschäfte erst so spät aufmachen, die meisten sind, wie überall sonst auch, schon von morgens an auf. Nein, es ist der Alkoholverkauf, der erst abends betrieben werden darf. Überall bilden sich vereinzelne Grüppchen, entweder in der unmittelbaren Nähe der Geschäfte oder in der Natur, z.B. am Ufer des Pripjat Flusses. Optional steht der etwas gehobenen Arbeiterklasse auch eine Bar zur Verfügung. In einem der Geschäfte treffen wir einen deutschen Ingenieur, der für die 4 großen Kräne auf der Baustelle der neuen Schutzhülle zuständig ist. Nach einem kurzen Gespräch über die Arbeit in der Nähe des Sarkophags geht es schon im Dunkeln zum Hotel. In Bezug auf die genehmigten Objekte soll der nächste Tag einen sehr intensiven Ablauf mit sich bringen. Geplant ist eine detailreiche Erkundung der Umgebung um Pripjat in Richtung AKW und der Besuch der Endlagerstätte für radioaktive Abfälle und des Abstellplatzes für hochkontaminierte Technik in Burjakiwka. Man ist voller Erwartungen was der neue Tag mit sich bringt... Pripjat WEITERLESEN Pripjat "Das weiße Haus"