LostPlaces/Pripyat.de Tour Mai/Juni 2011 Tag II / III “Jupiter”. Eine Fabrik am Stadtrand von Pripjat in der Sawodskaja (Industrielle) Strasse.  Bestehend aus insgesamt noch 3 Hallen, (eine wurde bereits demontiert) und zwei Bürokomplexen die durch einen brückenartigen Übergang mit einander verbunden sind. Das Verwaltungsgebäude ist komplett unterkellert. Der Keller war vor dem Unfall wie üblich als Zivilschutzbunker gedacht. Nach dem Unfall wurden die Hallen dekontaminiert und einen Jahr später von einem neugegründeten Betrieb zur Unfallfolgebekämpfung “Spezatom” bezogen. Dieser blieb bis ca. Ende der 90ger in den Räumlichkeiten von “Jupiter”.  Fabrik "Jupiter" Jupiter seitlich Jupiter Verwaltungsgebäude Fehlende Fensterrahmen Blick aus dem Fenster Die fehlenden Fensterrahmen im kompletten linken Gebäudekomplex deuten auf ihre Aluminium-Ausführung hin. Solche Rahmen wurden auf dem Gelände der Lagerstätte für radioaktive Abfälle in Burjakiwka gesehen. Natürlich nur ein kleiner Teil, wo der Rest geblieben ist wissen wohl die wenigsten. Seit 1998, nach dem “Spezatom” seine Mitarbeiter abzog, wurde Jupiter wie alle anderen Gebäude und Objekte in Pripjat sich selbst überlassen. Einige Bilder verschiedener Labore und anderer Räume. Lagerraum für radioaktive Stoffe Sicherheitssafe Büroraum Computerraum Schreibmaschine Unbekanntes elektronisches Gerät Niedrigfrequenz Impulsgenerator Anhand diverser Elektronikbauteile die teilweise überall auf dem Boden verteilt herumliegen, lässt sich leicht erraten was hier betrieben wurde: Dosimetrie, Radiologie und die Entwicklung verschiedenster Technologien in Bezug auf den Umgang mit radioaktiven Stoffen. Mehrere nach einander folgende Räume in einem der oberen Geschosse deuten auf eine Abteilung für Dosimetrie hin. Hier findet man diverse Sorten und Arten von Geiger-Müller Zählrohren sowie PMTs und Kristalle. SBM-19 Detektorplatine vermutlich das Gehäuse einer Gammasonde Computerisierter Laborraum Ein weiterer Raum Urlaubsplanung Weiterer Büroraum Hinterlassenes Chaos DPG-03 Personendosimeter Lagerraum im Untergeschoss Haupteingang Jupiter Jupiter, im Bürokomplex Andere Räume dienten der Verwaltung und Entwicklung am Schreibtisch. Hier findet man einige Dokumente vom AKW, Betriebsvorschriften und andere technische Literatur. Um möglichst viel während einer relativ kurzen Zeit zu erkunden, teilen wir uns in Gruppen auf. So gelingt es einer Gruppe ein paar Fotos vom Dachgeschoss der Fabrik zu machen.  An dieser Stelle möchte ich mich bei den anderen Teilnehmern für die zur Verfügung gestellten Bilder bedanken. Haufenweise Elektronikbauteile Büro der Geschäftsleitung von Spezatom "Anlage zur Dekontamination des Bodensediments" Original "Spezatom" Plakat Raum im oberen Stockwerk Oben im Treppenhaus Jupiter - Blick von oben Auf dem Dach Jupiter Dachgeschoss Pripjat vom Dach der Jupiter Fabrik Etwas näher Tschernobyl-2 Dachgeschoss Für eine gründliche Erkundung von Jupiter braucht man mindestens einen kompletten Tag.  Die jetzt noch übrig gebliebenen 3 Produktionshallen, Lagerräume und mehrere kleine Anbauten rund um die Fabrik würden mindestens 2-3 Stunden in Anspruch nehmen. So viel Zeit ist für heute leider nicht drin. Außerdem sind  die Lagerhallen in den letzten 2 Jahren ordentlich ausgeräumt worden. Ich wurde selber ein zufälliger Zeuge solcher Aktion bei der letzten Reise im Jahre 2009. Fotos dazu gibt es hier. Wir entscheiden uns es dabei zu belassen und die dadurch gewonnene Zeit in Jupiter anderweitig zu verbringen... Doch das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte...     Der Abstieg Pripjat´s strahlender Untergrund    >>> Einige Stunden später erblicken wir wieder das Tageslicht. Der zweite Tag unserer Reise geht langsam aber sicher zu Ende. Zurück in Tschernobyl erwartet uns nach einigen “bösen Überraschungen” wieder mal ein deftiges Abendessen, liebevoll von der Frau unseren Guides Sergej zubereitet. Ein fast schon alltäglich vorkommender Check in Dityatki - und wir sind wieder mal der Zone davon gekommen... Angekommen in unserem Camp wird auf die Schnelle geduscht, ein wenig entspannt und über den Ablauf des heutigen Abends diskutiert. Das Camp bietet alle Voraussetzungen für ein entspanntes Gelage nach allen hiesigen Regeln und Traditionen: einen festen Pavillon mit einer Feuerstelle sowie Unmengen an Holz und Grill Utensilien... Doch die Zeit davor möchte ich etwas sinnvoller nutzen und mache mich auf den Weg zu einer verlassenen Farm nicht weit vom Camp entfernt...  "Es werde Licht" Szinztillationsmessgerät MKS-01R (Dosimerrische Kontrolle von Fahrzeugen) Wappen von Tschernobyl Neunstöcker nicht weit von Jupiter Strahlendetektor am Kontrollpunkt Dityatki Ende 80ger war hier ein Forschungbetrieb für Radiologie Feriencamp "Ekopolis" Hochspannungsmast am Teterew Es ist am Rand der Zone, zwischen Oranoje und Frusinowka. Irgendwo 5 km weiter stößt man auf einen Stacheldraht. Doch man ist hier nicht mehr auf einen Guide angewiesen und kann sich frei bewegen. Als ich heute Morgen beim Vorbeifahren die Mauern der Farm im dichten Grün sah, war es mir klar wie der Abend aussehen wird. Ca. 10 Minuten Fußmarsch und man ist da. Eine für diese Gegend gewöhnliche Geschichte: Nach dem Unfall war von der Viehzucht einfach keine Rede mehr... Farm # 2 Farm # 3 Farm # 5 Farm # 4 Farm # 6 Farm # 11 Farm # 8 Farm # 10 Farm # 1 Farm # 9 Farm # 7 Es dämmert am Teterew. Hier herrscht absolute Ruhe die man unendlich genießen möchte. Ich mache unterwegs noch ein paar Bilder und gehe wieder zurück zum Camp. Dort trifft man schon alle nötigen Vorbereitungen: heute werden aus Kiew mitgebrachte Würstchen an einem Stock ins Feuer gehalten. Man stellt einen Überschuss an Getränken fest und entscheidet kurzer Hand diese Fehlplanung am heutigen Abend ohne Rücksicht auf Verluste zu beseitigen...  Boote Der Weg zum Camp Am Ufer Dämmerung am Teterew WEITERLESEN Spezatom Direktor  Juri Samojlenko (Ex-Liquidator) Original - "Spezatom" Dokument